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Was musst du wirklich pro Stunde verlangen? Berechne deinen Mindest-Stundensatz aus Zielgehalt, Kosten, Urlaub und fakturierbarer Quote — ehrlich statt Bauchgefühl.
Die häufigste Fehlkalkulation: das Wunschgehalt einfach durch 1.700 Jahresstunden teilen. Real fakturierbar sind bei Selbstständigen meist nur 50–70 % der Arbeitszeit — der Rest geht in Akquise, Verwaltung und Weiterbildung. Dieser Rechner berücksichtigt das, plus Betriebskosten, Urlaub, Krankheit und Feiertage.
Rechnung: 260 Arbeitstage − 11 Feiertage (Ø Deutschland) − Urlaub − Krankheit. Betriebskosten: Versicherungen (KV, Altersvorsorge), Software, Büro, Hardware, Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
Dein Stundensatz muss dein Zieleinkommen UND alle Betriebskosten aus den Stunden erwirtschaften, die du tatsächlich abrechnen kannst — nicht aus allen Stunden, die du arbeitest.
Beispiel: 75.000 € Zielgehalt + 12.000 € Kosten, 30 Tage Urlaub, 10 Krankheitstage, 40-Stunden-Woche, 60 % fakturierbar → 209 Arbeitstage × 8 h × 0,6 ≈ 1.003 fakturierbare Stunden → 86,70 €/h Mindest-Stundensatz, empfohlen ~100 €/h mit Puffer. Wer stattdessen naiv 87.000 ÷ 1.672 Gesamtstunden rechnet, landet bei 52 € — und arbeitet faktisch für weniger als die Hälfte des Zielgehalts.
Zieleinkommen plus alle Betriebskosten, geteilt durch die fakturierbaren Stunden: Arbeitstage (260 minus Feiertage, Urlaub, Krankheit) × Tagesstunden × fakturierbare Quote. Wichtig ist die Quote — niemand kann 100 % seiner Arbeitszeit abrechnen.
Bei Solo-Selbstständigen typischerweise 50–70 %: Der Rest geht in Akquise, Angebote, Buchhaltung, E-Mails und Weiterbildung. Agenturen erreichen mit guter Auslastungssteuerung 65–80 %. Wer seine Quote nicht kennt, sollte sie mit Zeiterfassung messen — sie ist der größte Hebel im Stundensatz.
Stark abhängig von Feld und Seniorität: IT-Freelancer liegen häufig bei 90–130 €/h, Designer bei 70–110 €/h, Texter bei 60–100 €/h, Berater bei 100–180 €/h. Entscheidend ist aber nicht der Marktdurchschnitt, sondern dass dein Satz deine Rechnung deckt — darum zuerst kalkulieren, dann positionieren.
Der Mindestsatz ist die Nulllinie: Er deckt nur Zielgehalt und Kosten bei planmäßiger Auslastung. Auftragslücken, Zahlungsausfälle, ungeplante Nacharbeit und Verhandlungsspielraum brauchen Reserve — 15–20 % Aufschlag sind die übliche Empfehlung.
Alle Werte hier sind netto, also zuzüglich Umsatzsteuer (i. d. R. 19 %). Die USt. reichst du durch — sie ist kein Einkommen. Nicht vergessen: Vom Netto-Einkommen gehen noch Einkommensteuer und Sozialabgaben ab.
Mit cashwerk erfasst du Zeiten pro Projekt und Kunde, siehst deine echte fakturierbare Quote im Dashboard und machst aus erfassten Stunden mit einem Klick Rechnungen.